In einer zunehmend komplexen Arbeitswelt stoßen klassische Führungskonzepte an ihre Grenzen. Strategisches Denken allein reicht nicht mehr aus, wenn das Nervensystem im Alarmzustand ist.
Was passiert unter Stress?
Unser autonomes Nervensystem kennt drei Grundzustände:
- Ventral-vagaler Zustand – Sicherheit, Verbindung, Kreativität
- Sympathikus-Aktivierung – Kampf oder Flucht
- Dorsal-vagaler Zustand – Erstarrung, Rückzug
Als Führungskraft bist du ständig gefordert, auch unter Druck klar zu denken und empathisch zu bleiben. Das gelingt nur, wenn dein Nervensystem reguliert ist.
Drei einfache Praktiken für den Alltag
1. Die physiologische Seufzer
Ein doppelter Einatmer durch die Nase, gefolgt von einem langen Ausatmer durch den Mund. Diese Technik aktiviert den Parasympathikus innerhalb von Sekunden.
2. Erdung durch die Füße
Stelle beide Füße fest auf den Boden. Spüre den Kontakt. Diese einfache Übung bringt dich zurück in den gegenwärtigen Moment.
3. Soziale Regulation
Unser Nervensystem ko-reguliert sich mit anderen. Ein kurzes, echtes Gespräch mit einem vertrauten Menschen kann mehr bewirken als eine Stunde Meditation.
Fazit
Nervensystem-Regulation ist keine Wellness-Übung, sondern eine Kernkompetenz für moderne Führung. Je besser du dein eigenes System kennst und regulieren kannst, desto souveräner führst du – dich selbst und andere.
Till Schrader
Unternehmer, Coach und Gründer von 4vientos.